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Elektroautos und autonomes Fahren noch nicht angekommen

41 Prozent der Deutschen wollen ein neues Auto kaufen - Schwarze Audi Benziner Limousine ist Wunschauto - Nur jeder vierte will den kleinen Stadtflitzer            von Karl-Heinz Stier

17.08.17 || altFRANKFURT (17- August 2017) - Das Interesse der Bundesbürger für ein neues Auto ist so groß wie nie zuvor. Dies ergab eine repräsentative Umfrage vom März dieses Jahres der Aral Aktiengesellschaft zum Thema „Trends beim Autokauf". Sie wird seit 2003 alle zwei Jahre in Auftrag gegeben und fragt 1.000 Personen zur PKW-Nutzung und die Kaufvorliebe für einen Neuwagen in den kommenden 18 Monaten. „Im Vergleich zu früheren Studien reden wir jetzt in etwa von einer Verdoppelung des durchschnittlichen Kaufinteresses", betont Dr. Peter Sauermann von der Aral-AG. Auch die Wahl des Fahrzeuges könne den Handel ermutigen. Es soll nämlich wieder ein fabrikneues Fahrzeug sein - neun Prozent mehr als 2015 - der höchste jemals ermittelte Wert. Dagegen sei das Interesse an einem Jahreswagen bei zehn Prozent gleich geblieben, ein Gebrauchtwagen komme derzeit nur für 6 Prozent in Frage (minus 4 Prozent).

altDie Gesprächspartner der Aralstudie (v.l.n.r.): Detlef Brandenburg und Dr. Peter Sauermann

Nicht alle Marken profitieren von den grünen Konsumampeln. Bei der Markenwahl im März 2017 heißt der neue Primus Audi (17 Prozent), doppelt so viel wie bei der Umfrage vor zwei Jahren. BMW liegt neu bei 14 Prozent (plus 6 Prozent) auf Rang zwei, Volkswagen auf Rang drei mit ebenfalls 14 Prozent (minus 4 Prozent) und Mercedes mit 8 Prozent auf Platz 4. Neben Volkswagen verlieren auch Opel (von 8 auf 6 Prozent) und Ford (von 8 auf 5 Prozent) in der Gunst der Verkäufer. Die japanischen Importeure spielen mit 7 Prozent noch eine marktrelevante Rolle, während französische oder italienische Fahrzeuge kaum gefragt sind. „Erbhöfe gibt es nicht mehr. Wer sich eine Blöße gibt, wird abgestraft", sagt Dr. Sauermann weiter und erwähnt insbesondere die Karosserieform.

Die Limousine eroberte den Platz als beliebte Karosserieform zurück. Dafür erlebt der Kleinwagen ein Fiasko. Nur noch jeder vierte Autokäufer will dem Stadtflitzer den Vorzug geben. Noch 6 Prozent interessieren sich für Corsa, Polo, Fiesta und ähnliche Modelle. Neben der Limousine sind auch die Geländewagen mit 15 Prozent die Gewinner, vor allem die Älteren bevorzugen solche Automobile.

altLimousine mit Komfort ist beliebteste Karosserieform - Über die Hälfte der Deutschen wollen ihr Auto bar bezahlen

Zum vierten Mal hat Aral auch nach dem Wunschauto gefragt. Diesmal ist es eine schwarze Limousine der Marke Audi mit Benzinmotor, Klimaanlage, ABS und elektrische Fensterheber für 29.650 Euro. Daneben gibt es noch das Trendauto, bei denen die Zuwächse besonders groß sind und den Zeitgeist einfangen. Sieger: ein Geländewagen für 36.100 Euro mit Hybridabtrieb von BMW. Gewünschte Extras: ein Radio mit Bluetooth-Anschluss, eine Standheizung und eine Alarmanlage.

Auch der Ottomotor wurde wieder stärker gefragt. Jeder zweite Kaufinteressent will sich einen klassischen Benziner zulegen (ein Plus von 10 Prozent). Der Diesel fiel auf 18 Prozent zurück (minus dreizehn Prozent). Kaum gefragt sind Elektroautos wegen ihrer geringen Reichweite und langen Ladevorgang, ebenso wie autonomes Fahren, eine Marktreife wird sich hier noch lange hinziehen.

Jeder zweite Kaufinteressent will sich einen klassischen Benziner zulegen - Elektroautos (rechtes Bild) können wegen Ladezeit und Reichweite die Ansprüche noch nicht befriedigen. Fotos 85): Aral

Beliebt ist nach wie vor die Barzahlung. 53 Prozent der Deutschen wollen ihr Auto bar in die Hand kaufen, für ein Drittel kommt die Finanzierung in Frage und nur jeder Zehnte zieht einen Leasingvertrag in Betracht. Unverändert bleibt die Rabatterwartung: man rechnet mit einem Preisnachlass von durchschnittlich 14 Prozent. Und noch eine Zahl ist bedeutsam: 2009 beschäftigten sich nur 14 Prozent Frauen mit dem Thema Autokauf, heute denken 40 Prozent darüber nach.

Und wie sieht es auf dem Tankstellenmarkt aus?


Erstmals wurde deutschlandweit mehr Diesel als Benzin verkauft. Ausschlaggebend dafür waren verbrauchsärmere Fahrzeuge und der nach wie vor anhaltende Umstieg auf Diesel PKW - trotz aller aktueller Diskussionen. Der Dieselabsatz wuchs auf 2,3 Prozent auf 18 Millionen Tonnen.

Als Folgerungen aus all den Zahlen zieht Dr. Sauermann den Schluss: „Konventionelle Verbrennungsmotoren bleiben bis auf weiteres das Fundament eines ausbalancierten Zukunftsszenarios. Der Austausch des Fahrzeugbestandes wird selbst unter optimalen Rahmenbedingungen noch Jahrzehnte dauern. Der Absatz im Autohandel ist so gut wie nie zuvor. Dafür sorgt auch ein niedriges Zinsumfeld, in dem „Geldausgeben" die bessere Alternative zur klassischen Kapitalanlage zu sein scheint".