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„Greenteam“ in den städtischen Grünanlagen unterwegs

Eine neue Chance - Perspektiven für behinderte und langzeitarbeitslose Menschen

09.07.09 ||
WIESBADEN (09. Juli 2009) - „Seit 1. März diesen Jahres ist die zweite Gruppe des Projektes „Greenteam" in den städtischen Grünanlagen unterwegs und die neuen Projektteilnehmer sind überaus engagiert und begeistert von ihrer neuen Chance", zieht Wirtschaftsdezernent Detlev Bendel einer erste Bilanz der Neuauflage eines erfolgreichen Arbeitsmarktprojektes, bei dem Menschen, die behindert sind oder lange ohne Arbeit waren, wieder eine Beschäftigung erhalten. Fünf von zwölf Teilnehmer aus der ersten Staffel, die von 2008 bis Anfang 2009 lief, haben einen Folgearbeitsplatz gefunden, wobei jeder von Ihnen sehr sorgfältig für seinen weiteren Weg vorbereitet und begleitet wurde. „Das zeigt, dass wir mit diesem und anderen Projekten auf dem richtigen Weg sind, Menschen, die es schwer haben, Beschäftigung zu finden, gezielt zu unterstützen", so Stadtrat Bendel.

Die Mitarbeiter des Greenteams freuen sich über die neue Chance. Alle betonen übereinstimmend: „Uns gefällt die Tätigkeit so gut, dass wir am liebsten über die zwei Jahre hinaus im Projekt bleiben würden."

Realisiert wird das Projekt von der Beschäftigungsförderung im Amt für Wirtschaft und Liegenschaften, der Integrationsfirma gemeinnützige Schulungs-, Service- und Dienstleistungsgesellschaft mbH (DBS), dem Integrationsfachdienst Wiesbaden-Rheingau-Taunus (IFD) sowie dem städtischen Amt für Grünflächen, Landwirtschaft und Forsten.

Die zehn „Greenteam"-Mitarbeiter sind Menschen, die aus der Langzeitarbeitslosigkeit kommen und durch Behinderung in ihrer Suche nach einer neuen Stelle sehr eingeschränkt sind. Die Einsätze werden gemeinsam mit den Kontaktpartnern im Amt für Grünflächen, Landwirtschaft und Forsten und der gelernten Friedhofsgärtnerin Natascha Marcovitch geplant. Die Projektteilnehmer übernehmen ergänzende Reinigungs- und Pflegearbeiten beispielsweise am Warmen Damm, in den Reisinger Anlagen, auf dem Dern'schen Gelände und entlang der Wilhelmstraße.

Die zusätzlichen Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnen den Projektteilnehmern eine Chance auf eine dauerhafte Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt. „Die Aufgaben ergänzen die Tätigkeiten der fest angestellten Mitarbeiter im Amt für Grünflächen, Landwirtschaft und Forsten. Planstellen werden dadurch nicht ersetzt, vielmehr wird das Service-Angebot der Landeshauptstadt weiter verbessert," erläutert Stadträtin Rita Thies.

Seit 1. November werden auch sechs Wiesbadener, die durch ihre Behinderung besonders benachteiligt sind, bei der Friedhofspflege eingesetzt. Sie entfernen das Efeu und Moos von den denkmalgeschützten Grabdenkmälern und Mauern, beseitigen Unkraut und sehen nach, ob die Grabstätten in einem ordentlichen Zustand sind. Unter der Anleitung von Dennis Guckeisen ergänzen sie als eigenständige Arbeitsgruppe die bestehende Friedhofspflege, welche durch die Beschäftigten des Fachamtes nicht gewährleistet werden könnte. Auch hier arbeiten das Amt für Grünflächen, Landwirtschaft und Forsten und die Beschäftigungsförderung im Amt für Wirtschaft und Liegenschaften zusammen.

„Mit diesem städtischen Modellprojekt werden die Teilnehmer in ein realistisches Arbeitsumfeld hineingeführt", erläutert Wirtschaftsdezernent Detlev Bendel. „Gemeinsam mit der DBS, dem IFD und dem Grünflächenamt haben wir die bislang gemachten Erfahrungen aus dem Projekt „Greenteam" genutzt."

„Die Projektteilnehmer sind für zwei Jahre bei der DBS beschäftigt", erläutert Bendel. „Der IFD sorgt für die begleitende Qualifizierung und Unterstützung bis hin zur späteren Vermittlung eines Arbeitsplatzes. Im Verlauf Ihrer Beschäftigung werden die Teilnehmer dabei intensiv auf eine mögliche weitere Tätigkeit vorbereitet", ergänzt Bendel. „Dort können die Projektteilnehmer zum einen ihre fachliche Qualifikation, zum anderen Schlüsselqualifikationen wie etwa Konfliktfähigkeit, Kritikbereitschaft oder Teamfähigkeit trainieren. Der IFD unterstützt darüber hinaus auch den Bewerbungsprozess und den Eingliederungsprozess bei zukünftigen Arbeitgebern", betont Bendel das umfangreiche Serviceangebot.

Stadträtin Thies fügt hinzu „Das ‚Friedhofsteam' pflegt und reinigt zusätzlich die rund 150 Patengräber auf dem Nord- und Südfriedhof sowie auf dem Biebricher Friedhof. Denkmäler, die nicht über Gebühren finanziert sind, werden durch das Team ebenfalls gesäubert.

„Auch hier nehmen die Projektteilnehmer die Möglichkeiten der Weiterqualifizierung gerne wahr", konstatieren Rita Thies und Detlev Bendel. „Ein Mitarbeiter hat sich im ersten halben Jahr auf den LKW-Führerschein vorbereitet und diesen vor kurzem erfolgreich bestanden. Sogar die Gebärdensprache wird erlernt, da einer der Mitarbeiter weder sprechen noch hören kann", ergänzt Bendel.(prlhwie)