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Ehrung für „Baumeister des Hauses Europa“

Ginette Bertorelle und Michel Rousseau mit Ehrenring in Gold ausgezeichnet - Verdienste von Karlheinz Wagner mit Ehrennadel in Bronze gewürdigt

13.07.09 || HOFHEIM (12. Juli 2009) - Ginette Bertorelle und Michel Rousseau wurden mit dem Ehrenring in Gold der Stadt Hofheim für ihre herausragenden Verdienste um die Städtepartnerschaft zwischen Chinon und Hofheim ausgezeichnet. Das Engagement von Karlheinz Wagner für die Partnerschaft wurde mit der Ehrennadel in Bronze gewürdigt. Bürgermeisterin Gisela Stang und Frank Härder, stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher, haben die Auszeichnungen am Sonntag, 12. Juli, im Rahmen des Abschiedsabends für rund 70 Gäste aus der französischen Partnerstadt Chinon verliehen.

Die Franzosen weilten seit Donnerstagabend in Hofheim und hatten gemeinsam mit ihren Gastfamilien und Freunden schöne Ausflüge - etwa zur Marksburg und zum Hessenpark - erlebt. Am Vorabend der Heimreise trafen sich alle in der Stadthalle, um gemeinsam zu plaudern, zu essen und sich von der Gruppe La Clef des Champs und den FraWaHeios unterhalten zu lassen.

"Sie haben sich um Hofheim vollkommen verdient gemacht"


Bürgermeisterin Stang erklärte, dass der Ehrenring verliehen werden kann an „Personen, die sich auf politischem, künstlerischen, kulturellem, wissenschaftlichem, wirtschaftlichem, sozialen oder anderem Gebiet um die Stadt Hofheim am Taunus in besonderem Maße verdient gemacht und durch ihr Wirken dazu beigetragen haben, das Ansehen der Stadt zu mehren".
Diese Voraussetzungen erfüllten Ginette Bertorelle und Michel Rousseau vollkommen.

Seit 42 Jahren sind Chinon und Hofheim verschwistert. Mehr als die Hälfte dieser Zeit war Ginette Bertorelle eine der tragenden Säulen dieser Freundschaft, so Stang: „Du hast die Partnerschaft nicht nur intensiv begleitet, sondern auch gefördert und ihr Impulse gegeben, wo immer dies möglich war."

Die Französin war seit 1989 für viele Jahre Stadträtin in Chinon und unterstützte die Partnerschaft als engagierte Ansprechpartnerin im Rathaus. Auch nach Ende der Amtszeit blieb die Begeisterung, am „europäischen Haus mitzubauen". So wurde Ginette Bertorelle aktives Mitglied im Comité de Jumelage Chinon-Hofheim.

Sie begrüßte unzählige Gruppen aus Hofheim, die Chinon besuchten - „mit einem gewinnenden Lächeln und herzlichen Begrüßungsworten", so Stang. Und umgekehrt legte sie Hofheim und seine Menschen den Franzosen ans Herz und warb für einen Besuch in Deutschland „und gewann so immer neue Freunde für die Partnerschaft", lobte die Bürgermeisterin.

"Ihm liegen die Bande zwischen Chinon und Hofheim am Herzen"


Herzliche Worte fand sie ebenso für Michel Rousseau, der seit 1977 dem Vorstand des Comité de Jumelage angehört. 2002 übernahm er mit der Präsidentschaft mehr Arbeit und mehr Verantwortung.

„Michel Rousseau ist kein Mann der vielen Worte, sondern der vielen Taten", sagte die Bürgermeisterin. Mit voller Energie steckt Rousseau in der Partnerschaft. So organisiert er zum Beispiel den Marche a L'Ancienne, den die Hofheimer sehr mögen, und ist ein vorbildlicher Gastgeber, der seine Besucher morgens mit guter Laune und frischem Baguette verwöhnt.

Michel Rousseau nutzt seine vielfältigen Kontakte und Verbindungen, die überall hingehen, um weiter an der Städtefreundschaft zu bauen. „Ihm gelingt es, zahlreiche Menschen zum Nutzen all derjenigen zu vernetzen, denen die Bande zwischen Chinon und Hofheim am Herzen liegen", hob Stang hervor.

Gemeinsam mit Michel Durand ist Rousseau auch ehrenamtlich im Tourismusverein in Chinon aktiv und daher bei Winzern, Hoteliers, Gastronomen und Gästen gleichermaßen bekannt und beliebt - was sich auch positiv für die Partnerschaft auswirkt. Auf seine Weise bringt Michel Rousseau, sagte Stang, die Menschen aus Chinon und Hofheim zueinander und kümmert sich, dass Freundschaften vertieft werden oder neu entstehen.

Verträge sind wichtig, aber die ohne die Menschen an der Basis geht nichts


„Ich bin überzeugt, dass Menschen wie Ginette Bertorelle und Michel Rousseau die wahren Baumeister des Hauses Europa sind. Alle Verträge, alle Abkommen zwischen Regierungen, gemeinsames Handeln in der EU sind ohne Zweifel wichtig. Aber ohne die Menschen an der Basis, die engagiert und überzeugt das Fundament für gegen-seitige Freundschaft, Toleranz, Respekt und Vertrauen gelegt haben und maßgeblich am Hausbau mitwirken, haben alle Dokumente wenig Wert", würdigte Stang das Engagement, bevor sie und Frank Härder die Ehrenringe in Gold zusammen mit der Ehrenurkunde, Blumen und Wein überreichten.

Nicht nur Sprache und Lebenskultur vermittelt, sondern auch "das breite Fundament der bestehenden Städtefreundschaft gelegt"


Auch der dritte „Baumeister des europäischen Hauses" wurde von seiner Auszeichnung mit der Ehrennadel in Bronze überrascht: Der Hofheimer Karlheinz Wagner, der seit 1967 - zufällig dem Jahr der Verschwisterung - als Französischlehrer an der Main-Taunus-Schule sowohl die Sprache wie auch die Lebenskultur der Franzosen unzähligen Schülern näher brachte. Fast 30 Jahre lang, seit 1971, lag die Federführung des Schüleraustauschs der Main-Taunus-Schule mit dem Lycee Rabelais in seinen bewährten Händen. Daraus sind viele Familienfreundschaften, ja sogar Ehen, entstanden.

„Sie haben junge Menschen aus Chinon und Hofheim zueinander gebracht und damit das breite Fundament der bestehenden Städtefreundschaft gelegt", sagte Stang in ihrer Laudatio. Unterstützt von seiner Frau Edith pflegte Karlheinz Wagner ebenso enge Kontakte zu Lehrerkollegen in Chinon. In den Anfangsjahren der Partnerschaft nahm Wagner sogar an einem monatelangen Lehreraustausch teil und unterrichtete am Lycee Rabelais.

Karlheinz Wagner hat immer das getroffen, was wir vermitteln wollten

Karlheinz Wagner hat diese Erfahrungen nicht für sich behalten, sondern sie den jungen Menschen hier in Hofheim weiter gegeben und so ihr Interesse an unserer Partnerstadt geweckt. Von Anfang an war der Geehrte beim Förderkreis Hofheimer Städtepartnerschaften engagiert und im Vorstand aktiv. Bei zahlreichen Veranstaltungen war Karlheinz Wagner wie selbstverständlich als Übersetzer zur Stelle. „Dank seiner intensiven Einbindung in die Städtefreundschaft und seiner einfühlsamen Übertragung der Reden ins Französische hat er immer genau das getroffen, was wir vermitteln wollten", sagte Stang. Stang und Härder dankten dem Hofheimer sehr herzlich für seine Verdienste um die Städtefreundschaft und überreichten ihm die Ehrennadel in Bronze der Stadt Hofheim.

Sie kann laut städtischer Ehrungsordnung an Bürgerinnen und Bürger verliehen werden, die sich „ehrenamtlich in sozialen, kulturellen oder ökologischen Bereichen um das Wohl der Kreisstadt Hofheim am Taunus und seiner Bürgerinnen/Bürger verdient gemacht haben". (mtkshofh)