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Zum 5. Mal in Folge: Frankfurter Sparkasse erneut mit gutem Ergebnis

Grüntker: „... der Weg unserer Kunden zur Beratung wird noch kürzer" -Wieder mehr Beratungen in den Filialen von Karl-Heinz Stier und Ralph Delhees

28.03.15 || altFRANKFURT (27. März 2015) - Die Beschäftigten der Frankfurter Sparkasse von 1822 (Fraspa) und ihre verantwortlichen Leiter können sich erneut zufrieden zurücklehnen. Der Jahresabschluss 2014 lag bei 70 Millionen Euro Jahresüberschuss und war damit um 10 Millionen höher als im Jahr davor. In konkreten Zahlen: das Geschäftsjahr schloss mit einem Vorsteuerergebnis von 134, 6 Millionen Euro ab - 13 Millionen mehr als 2013 und war das zweitbeste Ergebnis in ihrer 193 jährigen Geschichte. Das Zahlenwerk verfehlte nur um rund 1 Million das beste Ergebnis im Jahre 2012.

„Vor dem Hintergrund der allseits bekannten Herausforderungen von Niedrigzinsumfeld, Digitalisierung und Regulierung sind die Zahlen für 2014 sehr beruhigend. Wir sind stolz darauf, dass wir zum fünften Mal in Folge einen so guten Jahresabschluss ausweisen können", betonte Herbert Hans Grüntker, Vorsitzender des Vorstandes. Mit einer Bilanzsumme von 17,7, Millionen Euro ist die Frankfurter Sparkasse die viertgrößte deutsche Sparkasse und die größte Sparkasse Hessens.

Vorstandsvorsitzender Herbert Hans Grüntker bei der Präsentation der Jahresbilanz 2014

In seinen Begründungen für das erfolgreiche Jahr wies Grüntker auf die Präferenz zu liquiden und zugleich risikoarmen Anlageformen hin, die im Umfeld der extrem niedrigen Zinsen angefallen sind. Die Kundegelder stiegen um 3 Prozent oder 436 Millionen auf 15 Milliarden Euro.

Im originären Kundenkreditgeschäft sagte die Sparkasse Kredite und Darlehen im Umfang von 1,2 Milliarden Euro zu, ein Plus von 9,3 Prozent oder über 100 Millionen Euro. Viele Firmenkunden nutzten ihre gute wirtschaftliche Situation zur Tilgung bestehender Kredite.

Im Mittelpunkt der Kreditnachfrage standen wie schon in den Vorjahren die Bau - und Immobilienfinanzierungen. Die günstigen Finanzierungskosten hätten einen hohen Anreiz geboten, sich für den Bau oder Erwerb einer Immobilie zu entscheiden. Daraus bereits von einer „Immobilienblase" zu sprechen, hält der Vorstands-Vorsitzende für unberechtigt. Dagegen sprächen, dass sowohl die Preise als auch die Mieten mehr oder weniger parallel steigen, Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet wirtschaftlich stark und die Arbeitsplätze bei gutem Einkommen stabil sei und das Rhein-Main-Gebiet seit mehreren Jahren von einem Bevölkerungswachstum profitiere. „Die Stadt Frankfurt wächst aktuell um 300 Einwohner pro Woche, am Ende des Jahres werden es über 15.000 neue Einwohner sein. Dieses Wachstum hält die Nachfrage nach Immobilien hoch".

altDer Sparkassenvorstand stand Rede und Antwort bei der Jahrespresekonferenz: von rechts nach links: Stephan Bruhn,Dr. Alfried Lütkenhaus, Herbert Hans Grüntker, Pressesprecher Dr. Sven Matthieen und  Dr. Arne Weick. Fotos (2): Ralph Delhees

Und noch weitere statistische Zahlen:


Das erfolgreiche Jahr spiegelt sich auch in der wirtschaftlichen Eigenkapitalrendite wider. Die Eigenmittelquote hat sich um 1,6 Prozent auf 19,1 Prozent verbessert. Damit erfülle die Sparkasse bereits heute alle zukünftigen regulatorischen Eigenkapitalanforderungen. die Zahl der Mitarbeiter der Sparkasse ist mit 1.884 nahezu stabil, die Zahl der Filialen mit 69 ebenfalls, wobei etwa 15 davon über den Einzugsbereich von Frankfurt hinausgehen, jeweils 4 im Main-Taunus- und Hochtaunuskreis, je eine in Bad Vilbel, Offenbach Neu-Isenburg, Dreieich und Hanau, und zwei in Maintal.

Die 70 Millionen Jahresüberschuss werden wie folgt verteilt: 40 Millionen Euro gehen an als Ausschüttung an die Trägerin der Sparkasse, die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, 23, 4 Millionen Euro werden in die Gewinnrücklage eingestellt und 6,6, Millionen Euro auf neue Rechnung vorgetragen. „An Steuern haben wir 32,7 Millionen Euro gezahlt. In den letzten 5 Jahren waren es insgesamt über 200 Millionen Euro. Sie kommen zum größten Teil der Stadt Frankfurt zugute", so Vorstands-Vorsitzender Grüntker.

In einem Ausblick auf das gegenwärtige Jahr meinte der Sparkassen-Chef, sein Unternehmen sei „gut ins neue Jahr gestartet". Das Kreditgeschäft verlaufe weiterhin lebhaft. Nach Ablauf von zwei Monaten sei hier schon ein Wachstum von 89 Millionen Euro zu verzeichnen. Gleiches gelte für das Einlagengeschäft, das bis Februar um 140 Millionen Euro zugenommen hat. „Für das Gesamtjahr sind wir zuversichtlich, ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielen zu können", so Grüntker.

altDas Filialnetz der Frankfurter Sparkasse. Grafik: Frankfurter Sparkasse

Kompetenz und Attraktivität bieten die Filialen


Was allerdings danach komme, sei schwer einzuschätzen. Unter der Annahme einer anhaltendende Niedrigzinsphase seien spürbare Ertragseinbußen unvermeidbar. Erkennbar seien allerdings schon jetzt Veränderungen im Kundenverhalten in den letzten Jahren. Deren Produktnachfrage habe sich verändert, die Beratung komplexer und anspruchsvoller geworden. Darauf werde man deutlich reagieren und die Beratungskompetenz, insbesondere im Wertpapierbereich, wieder in die Fläche zu bringen, also in die Filialen. Bisher gab es 8 Beratungszentren, die nun geschlossen werden und die 70 Mitarbeiter sind künftig direkt in den Filialen angesiedelt. „Damit gewinnen unsere Filialen an Kompetenz und Attraktivität, der Weg unserer Kunden zur Beratung wird noch kürzer".

Online-Bezahlverfahren kommt


Als eine der zentralen Herausforderungen der nächsten Jahre sieht der Vorstandsvorsitzende die fortschreitende Verbindung von „realer" und „online" Welt im Rahmen der fortschreibenden Digitalisierung. Das im vergangenen Jahr eingerichtete Online-Beratungszentrum wird, so Grüntker, gut angenommen. Mit diesem Zugangsweg verbindet die Fraspa die Vorteile der persönlichen Beratung in der Filiale mit der bequemen Verfügbarkeit des Internets, wobei die Online-Berater zu Produkten informieren, Service-Dienstleistungen erklären und den Umgang mit Online- und Mobile-Banking verbinden. „Hiermit", so Grüntker", „ ist die Filiale weiterhin für den Kunden attraktiv". 30.000 Kunden - rund 50 täglich -, hatten im vergangenen Jahr die Online-Beratung genutzt.

Da sich die Sparkassenorganisation nicht mehr für die Einführung eines Online-Bezahlverfahrens sperrt, rechnet Vorstandsvorsitzender Grüntker damit, dass bereits zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft das Verfahren von den Kunden angewendet werden kann.