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Restani: „Wir wollen unser Schiff noch seefester machen“

Frankfurter Sparkasse erhöht erstmals sein Eigenkapital über 1 Milliarde Euro           von Karl-Heinz Stier

28.03.17 || altFRANKFURT (28. März 2017) - Die Frankfurter Sparkasse hat nach Angaben ihres Vorstands-Vorsitzenden Robert Restani im Geschäftsjahr 2016 ein stabiles Ergebnis erzielt. Anlässlich der Bilanzpressekonferenz des Bankinstitutes stieg das Vorsteuerergebnis der nach der Bilanzsumme von 18,1 Milliarden( plus 0,8 Prozent) fünfgrößten Sparkasse in Deutschland und der größten in Hessen im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Millionen auf 94, 7 Millionen Euro. „Es ist angesichts der Passivlastigkeit unseres Instituts bei 16 Milliarden Einlagen gegenüber einem Kundenkreditvolumen von 7,9 Milliarden Euro keine Selbstverständlichkeit", so der Sparkassen-Chef. Die sehr gute wirtschaftliche Lage und Sondereffekte hätten „eine Atempause verschafft".

Der Vorstand der Frankfurter Sparkasse mit seinem Vorsitzenden Robert Restani. Foto: Ralph Delhees

Als Sondereffekt bezeichnete die Frankfurter Sparkasse die Entscheidung, einen Betrag von 27,2 Millionen Euro zusätzlich in die Pensionskasse gesteckt und damit bereits künftige Belastungen in diesem Bereich so weit wie möglich vorgezogen zu haben. „Das verschafft uns erheblichen Spielraum für die nächsten Jahre. Rechnet man die Stärkung der Pensionskasse heraus, haben wir im Vergleich zu 2015 sogar einen um rund 11 Millionen Euro geringeren Verwaltungsaufwand und hier bis 2020 keine zusätzlichen Belastungen". Eine weitere gute Voraussetzung ist die Tatsache, dass das wirtschaftliche Eigenkapital erstmals die Schwelle von einer Milliarde Euro überschritten habe und damit viel Spielraum gegeben ist, um Kredite an die Kunden auszugeben.

Ziel des Frankfurter Instituts ist es, „gesund ins Jubiläumsjahr 2022 zu gehen", in dem man den 200. Geburtstag feiern will. Dazu habe man mit dem Projekt „SPEED" im vergangenen Jahr bereits in fünf Teilprojekten zahlreiche Maßnahmen entwickelt, umgesetzt und Kosten eingespart, Strukturen verschlankt und Prozesse beschleunigt. So sei der Sachaufwand in 2016 schon gesunken, gleiches gelte für den Personalaufwand. Seither gibt es 100 Mitarbeiter weniger, bis 2020 sollen weitere 100 folgen („alle nur in natürlicher Fluktuation"). Zum Jahresende 2016 beschäftigte die Frankfurter Sparkasse 1 776 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, hiervon waren 104 Azubis.

Es gelte aber auch die Einnahmeseite zu stärken, so wurden die Gebühren für die Dienstleistungen erhöht. Allerdings stehe die Beratungsqualität dabei an erster Stelle. Bei Befragungen fühlten sich die Kunden bei der Bank gut aufgehoben. Und ein weiterer Aktivposten sei das originäre Kundengeschäft, insbesondere das Kreditgeschäft. Die Frankfurter Sparkasse sagten ihren Kunden im vergangenen Jahr Kredite und Darlehen im Umfang von 1,3 Milliarden Euro zu. Der Rekordwert aus 2015 wurde noch einmal leicht um 5,4 Millionen Euro übertroffen. Das lag an den Bau - und Immobilienfinanzierungen. Positiv habe sich auch das Konsumentenkreditgeschäft entwickelt (plus 11 Prozent auf 12,9 Millionen).

Bei digitalen Innovationen legt die Frankfurter Sparkasse Wert u.a. auf eine neue geräteoptimierte Website. Auch hat sie u.a. das Bezahlverfahren „Blue Code" eingeführt. Die kostenfreie App generiert auf dem Smartphone einen Barcode, der an der Kasse direkt vom Handy-Display angescannt wird. 75 000 Studierende und Mitarbeiter der Goethe-Universität können seither dies in den Mensen des Studentenwerkes testen.

Im Ausblick auf 2017 prognostizierte Vorstands-Chef Robert Restani ein Weiterbestehen des derzeitigen Zinszustandes, was zu möglichen weiteren Kosteneinsparungen führen werde. „Wir werden im Ergebnis wahrscheinlich unter 2016 liegen, aber unser Bestreben ist es, auf dem Wachstumspfad zu bleiben".