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GLS-Bank: Kredite für sozial-ökologische Projekte

Vorrangig werden Wohn- und Bauvorhaben finanziert - Wegbereiter für zukunftsweisende Geschäftsmodelle           von Karl-Heinz Stier

30.01.18 || altFRANKFURT (30. Januar 2018) - Für die Bereiche Wohnen, Energie und Landwirtschaft hält die GLS-Bank verstärkt den Einsatz regenerativer Energien für notwendig. Vorstandssprecher Thomas Jorberg fordert mit Blick auf die derzeit anstehenden Koalitionsverhandlungen in Berlin von der Politik langfristige wirksame Entscheidungen für den Klimaschutz „Reden wir weniger über Ziele und mehr über Lösungen. Eine CO²-Abgabe ist das effektivste Instrument" sagte Jorberg in Richtung SPD und CDU.

altBei der Pressekonferenz v.l.n.r.: Dirk Kannacher, Christa Opitz und Thomas Jorberg. Foto: Karl-Heinz Stier

Die GLS Bank, die nach dem Motto „Geld ist für den Menschen da" arbeitet und nur sozial- ökologische Unternehmen finanziert, zieht eine positive Bilanz der Geschäftspolitik für das Jahr 2017. Das Kreditvolumen ist mit drei Milliarden Euro um 24 Prozent höher als 2016. Ihr Bilanzvolumen beträgt mehr als fünf Milliarden Euro(plus 9,7 Prozent).

„Dort wo der Wandel am Wichtigsten ist, arbeitet die GLS Bank als Wegbereiter für zukunftsweisende Geschäftsmodelle", betont Christina Opitz vom Vorstand und zuständig für das Kreditgeschäft. Sechs Branchen sind die Dominanten: 33 Prozent des Kreditvolumens entfallen auf erneuerbare Energien (Wind- und Wasserkraft), 24 Prozent auf den Wohnbau. Dazu gehören die Nutzung ökologischer Baustoffe sowie vielfältige Ansätze, von Tiny Houses über Mehrgenerationenhäuser bis hin zu Baugruppen. Mit 17 Prozent werden Soziales und Gesundheit finanziert.

Die GLS-Fiale in der Frankfurter Mainzer Landstraße 47. Foto: GLS

Die Branche Wohnen hat mit 40 Prozent Zuwachs dem größten Sprung gemacht. „Wir begleiten Genossenschaften und Vorhaben, die dafür sorgen dass in Ballungsräumen bezahlbare Wohnungen entstehen. Als Beispiel nannte das Vorstandsmitglied Opitz die 25 Millionen Euro in München für die Genossenschaft „Wagnis e.G.", Sie erstellt 390 Wohnungen, wobei die Mitglieder der Genossenschaft „auch Mieter im eigenen Haus sind und damit der Wohnraum noch bezahlbar bleibt".

Ein weiteres kreditfinanziertes Projekt (2,6 Millionen Euro) bekomme im Bereich nachhaltige Wirtschaft das Unternehmen „Nextbike" ,das in 24 Ländern als Anbieter von Fahrradverleihsystemen mit 40.000 Fahrrädern auftritt und ein wichtiger Baustein für die Verkehrsmobilität und bedeutender Bestandteil für den öffentlichen Nahverkehr sei.

2017 hat die GLS-Bank Anteile in Höhe von 65 Millionen Euro neu gezeichnet, die als Eigenkapital für die Kreditvergabe dienen. Großer Beliebtheit erfreuen sich nach Angaben von Christa Opitz die Fonds der Bank, sie erfahren kontinuierliche Zuflüsse. So wurden im letzten Jahr mehr als 250 Euro weltweit in nachhaltige Unternehmen und Mikrofinanzierungen investiert.

Vorstandsmitglied Dirk Kannacher machte sich Gedanken, wie wir uns Menschen in Ballungsräumen bei immer engeren Räumen noch bewegen können. „Wir stehen vor einer Mobilitätwende, die auch finanziert werden muss". Nicht mehr der Besitz eines Fahrzeuges sei entscheidend - die meisten Fahrzeuge stünden tagsüber ungebraucht umher - wichtiger sei, wie wir als Bürger uns in den öffentlichen Nahverkehr integrieren.

Vorstandsvorsitzender Thomas Jorberg wies abschließend darauf hin, dass seine Bank nunmehr über 27.400 Unternehmen und Projekte als Kreditkunden aufweise. Daraus folgert der GLS-Chef: „Es ist beeindruckend, wie viel Ideenreichtum und Engagement unsere Kundinnen und Kunden hervorbringen. Sie zeigen, dass zukunftsweisende Lösungen machbar sind."