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VDA Präsident Wissmann: Diesel nicht verunglimpfen

IAA erwartet 920.000 Besucher - Junge Menschen finden das Auto zunehmend faszinierender, fast mehr als den Smartphone-Besitz           von Karl-Heinz Stier

25.09.15 || FRANKFURT ((24. September 2015) - Die deutsche Automobilindustrie zeigt sich betroffen über die bei Volkswagen in den USA festgestellten Verstöße bei Abgase-Tests - so der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) Matthias Wissmann bei der Abschluss-Pressekonferenz der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt(„Ich hätte mir eine schönere zweite IAA-Woche vorstellen können"). Unmissverständlich stellte er fest: „Eine Praxis, bei der es zu einer missbräuchlichen Anwendung einer speziellen Motorensoftware gekommen ist, darf nicht akzeptiert werden. Sie ist offensichtlich illegal. Wir bedauern diese Vorgänge zutiefst und nehmen sie ernst". Klar sei, der Missbrauch von Software könne man nicht durchgehen lassen. Das entspreche auch nicht dem Anspruch, den die deutsche Automobilindustrie an sich selbst stelle.

Foto: Matthias Wissmann, VDA-Präsident

Er forderte zugleich, die Ereignisse vollständig und konsequent aufzuklären. Die deutsche Automobilindustrie unterstütze deshalb auch den Auftrag der Behörden nach umfassender Klärung und Überprüfung. Der aktuelle Vorgang sei allerdings kein prinzipielles Dieselproblem. Im Gegensatz zu den USA, wo der der Dieselmarkt gerade mal drei Prozent betrage, sind es in Europa über 50 Prozent. Und weiter: Hier sei die Euro-6-Norm seit dem 1.September 2015 für alle Neuzulassungen verbindlich. Damit hätte der Diesel die niedrigsten Schadstoff-Werte. Und deshalb werde der Diesel in Europa auch eine lange Perspektive haben. „Es gibt allerdings Kräfte, die den Diesel als solchen in Misskredit bringen wollen".

Er warnte in diesem Zusammenhang vor Pauschalurteilen über VW und die Automobilindustrie. Man müsse sich auf die unakzeptablen Abweichungen konzentrieren und notfalls drakonische Konsequenzen ziehen.

Was die IAA 2015 angehe, so sei sie hervorragend gelaufen. „Sie ist und bleibt die internationale Leitmesse. Wir rechnen damit, dass bis Sonntagabend die Besucherzahl auf rund 920.000 steigen wird. Das ist ein Zuwachs gegenüber 2013 um fünf Prozent". Fast jeder fünfte reise aus dem Ausland an. Es sei auch festzustellen, dass das Durchschnittsalter der IAA-Besucher nunmehr bei 34 Jahren liege gegenüber 37 Jahren im Jahre 2013. Das Publikum sei um drei Jahre jünger geworden. „Die jungen Leute finden das Auto zunehmend faszinierender, fast mehr als den Smartphone-Besitz".