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60 Jahre Texcare: Die professionelle Wäscherei– und Textilpflege boomt

Weltleitmesse für die Textilpflege setzt Maßstäbe - Automatisierung und Digitalisierung schreitet voran           von Karl-Heinz Stier und Ralph Delhees

08.06.16 || altFRANKFURT (09. Juni 2016) Die Deutschen Hersteller von Wäscherei - und Textilreinigungstechnik blicken auf zwei erfolgreiche Jahre zurück. 2014 lagen die Auftragseingänge um real 17 Prozent über den Ergebnissen des Vorjahres, die Umsätze stiegen um real 34 Prozent. Auch in 2015 konnten die Umsätze erneut gesteigert werden, - um 5,5 Prozent verglichen zum Vorjahr. Diese Zahlen gab der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) - Fachverband Bekleidungs- und Ledertechnik im Vorfeld der Weltleitmesse für die Textilpflege „Texcare International" bekannt, die vom 11. bis 15. Juni in Frankfurt auf dem Messegelände ihre Tore öffnet.

Die Teilnehmer der Pressekonferenz (v.l.n.r.): Andreas Schumacher (DTV), Wolfgang Marzin (Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt) Elgar Straub (VDMA) und Jürgen Diener (Wäscherei Diener in Ebersburg. Foto: Ralph Delhees

Die Weltleitmesse für die Textilpflege Texcare International, die zum 14. Mal ihre Tore öffnet, wird 60 Jahre alt. Vom 27. Mai bis 4. Juni 1956 ging die erste Fachmesse unter dem Namen "Internationale Wäscherei Fachausstellung" in der Mainmetropole an den Start. 1956 stand die Fachmesse unter dem Zeichen der Automatisierung. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung betitelte ihren Beitrag zur Veranstaltung mit "Waschen am Fließband". Sowohl im privaten wie professionellen Bereich haben zu dieser Zeit die ersten Wasch-, Trocken- und Bügelautomaten Einzug gehalten und die Arbeit erheblich erleichtert. Plötzlich konnten bis zu 80 Hemden in einer Stunde in hochautomatisierten Bügelpressen schrankfertig gemacht werden.

altDie Karrikatur zu 60 Jahre Texcare zeigt wie Textilien einst in der Wanne und mit dem Waschbrett gewaschen wurden, heute werden die Waschvorgänge in einem Arbeitsgang in der Maschine vorgenommen - auomatisch und digital

Die Automatisierung steht noch immer hoch im Kurs und hinzugekommen ist die Digitalisierung und heute - 60 Jahre nach der ersten Fachmesse für Wäschereitechnik - steht die Textilpflege wieder vor einer großen Veränderung: Industrie 4.0 hat Einzug in das moderne Textilmanagement gehalten.

Die Textilpflegebranche profitiert nach Auffassung von Andreas Schumacher, dem Geschäftsführer des Deutschen Textilreinigungsverbandes (DTV) von einem soliden wirtschaftlichen Umfeld. Starke Wachstumsmärkte im Bereich Arbeits- und Berufs- kleidung sowie bei der Krankenhaus- und Hotelwäsche, aber auch der Gastronomie stimmen die Unternehmen vorausblickend auf 2016 positiv. Zwei Drittel der Textilservice-Betriebe mit ihren 5.500 Betrieben und 70.000 Beschäftigten bewerten die Umsätze als „gut" bis „sehr gut".

Einheitliche, professionell bereitgestellte Mitarbeiterkleidung beispielsweise in der Hotellerie und Gastronomie wird immer mehr in Anspruch genommen. Der Textilservice wird auch begünstigt von stetig steigenden Tourismuszahlen in Deutschland und damit auch von höheren Hotelauslastungen. In anderen Geschäftsfeldern wie die Pflege- und Altenheimversorgung sowie der Krankenhauswäsche (vor allem Mietwäsche heute schon bis zu 90 Prozent) macht sich die langfristig demografische Entwicklung hin zu einer immer älter werdenden Bevölkerung und dem damit einhergehenden Bedarf an Gesundheits- und Pflegeleistungen durch eine höhere Zahl an Pflegebedürftigen und an teil - oder vollstationären Unterbringungen positiv bemerkbar.

Fachkräftemangel trotz guter Karrieremöglichkeiten


Die Branche leidet wie viele Handwerksbereiche unter Fachkräftemangel. Das Berufsbild ist beim Nachwuchs nicht hoch, dennoch werden die Karrieremöglichkeiten als sehr gut angesehen. Deshalb arbeitet der Verband an neuen Ausbildungsverordnungen. Nach Meinung der Verbände könne der Einsatz von Flüchtlingen den Fachkräftemangel kompensieren.

altSo wirbt die Weltleitmesse Texcare.Grafiken: Txcare/Messe Frankfurt

Ein entscheidender Treiber der Branche ist die Industrie. Sie erwartet - wie Wolfgang Marzin, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Messe Frankfurt betonte - von der weltweit wichtigsten Technologieplattform weitere positive Impulse. Dazu gehöre die fortschreitende Digitalisierung. Die Industrie ist in der Textilbranche bereits allgegenwärtig. So sei es bereits Standard, die jederzeit nachverfolgbare Wäsche wieder dem individuellen Nutzer zuzuordnen. Weitere Beispiele sind Wäscheschränke, die melden, wenn die Wäsche ausgeht.

Berührungslose Digitalisierung trägt auch zur Hygiene bei


Diese große Veränderung die in der Industrie 4.0, genannt wird, hat Einzug in das moderne Textilmanagement gehalten. Die Digitalisierung in der Textilpflege bedeutet, dass alle an Produktion und Logistik beteiligten Akteure miteinander vernetzt sind, Daten austauschen und schnell reagieren. Die Texcare International 2016 zeigt zahlreiche Lösungen für eine vernetzte Prozesswelt wie beispielsweise berührungslose Datenerfassung via RFID, Schranksysteme, die selbst Bedarf melden oder Apps, mit denen direkt im Lager Bestellungen durchgeführt werden können. Die Digitalisierung heute verspricht - wie damals die Automatisierung - eine Optimierung der Prozesse verbunden mit erheblicher Zeitersparnis. Auch die Hygiene in sensiblen Einsatzbereichen verbessert sich, da die Wäsche nicht mehr von Hand bearbeitet, verpackt oder transportiert werden muss.

Die erste Fachmesse unter dem Namen „Internationale Wäscherei und Fachausstellung" ging 1956 an den Start. Damals zählte man 164 Aussteller. Heute sind es 319 Unternehmen. Der Auslandsanteil auf der Besucherseite ist in 60 Jahren von sechs auf über 50 Prozent gestiegen. Wichtigste Exportmärkte sind China, USA und die Türkei. Für die „Texcare International", die alle vier Jahre stattfindet, werden 16.000 Fachbesucher erwartet.