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Techtextil und Texprocess spiegeln die textile Wertschöpfungskette wieder

Sonderareal „Living in Space" zeigt Textil-Highlights in der Raumfahrt - Große Resonanz bei der Messe Frankfurt           von Karl-Heinz Stier

08.05.17 || altFRANKFURT (08. Mai 2017) - Die Messe Frankfurt öffnet sich von 9. bis 12.Mai der Zukunft im Textilbereich weltweit. Es ist eine Kombination zweier Ausstellungen, die sich einerseits den Technischen Textilien und Vliesstoffen(Techtextil) und andererseits der Verarbeitung textiler und flexibler Materialien (Texprocess) widmet. Beide sind Wachstumsindustrien, die die gesamte textile Wertschöpfungskette widerspiegeln und alle zwei Jahre in Frankfurt stattfinden.

Insgesamt 1.789 Aussteller aus 66 Ländern sind in die Mainmetropole gekommen gegenüber 1.662 aus 54 Ländern im Jahre 2015 - eine Steigerung um sieben Prozent. „Die Ausstellerzahl zeugt von einer unglaublichen Dynamik unter den Herstellern technischer Textilien, deren Wachstumszahlen ungebrochen sind. Mit der Anwendungsvielfalt der gezeigten Produkte von der Automobilindustrie bis hin zu Architektur, Medizin, Mode und Sport steht die Techtextil exemplarisch für die Innovationskraft der Textilindustrie", so Detlef Braun, Geschäftsführer der messe frankfurt.

Foto 1: Messe-Geschäftsführer Detlef Braun

Prof. Reinhold Ewald: „Jedes Gramm zu viel verursacht Kosten"


Ehrengast der Techtextil war Prof. Reinhold Ewald, ESA-Astronaut und Professor für Astronautik und Raumstationen an der Universität Stuttgart. Ewald gab Einblick in seine Erfahrungen im Weltall und ging auf die Bedeutung von Hochleistungsmaterialien in der Raumfahrt ein. „Sie spielen auf der Basis von Fasern in der Raumfahrt eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, etwa das Gewicht von Raumkapseln zu reduzieren. „Jedes Gramm zu viel verursacht Kosten. Und Textilien erhalten Leben, denken Sie nur an die Raumanzüge. Gleichzeitig finden viele Materialien, die für die Raumfahrt entwickelt wurden, Einzug ins Alltagsleben", so der Professor. Als Beispiele nannte er Anwendungen in der Medizin, wobei Sensoren in die Kleidung eingesetzt werden und den Kontakt zwischen Patienten und Ärzte entscheidend verbessern. Auch neue Entwicklungen ermöglichen bei der Feuerwehr Einsatzhandschuhe, die großer Hitze widerstehen.

Foto 2: Prof. Reinhold Ewald (rechts), der in der Stuttgarter Uni einen Lehrstuhl für Raumstationen innehat. Fotos: Ralph Delhees

In Zusammenarbeit mit der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) und dem Deutschen Zentrum für Luft - und Raumfahrt (DLR) hat die Techtextil erstmals das aufwendige Sonderareal „Living in Space" gestaltet. Hier dreht sich alles um die Anwendung technischer Textilien und deren Verwendung in der Raumfahrt.

Was die textilverarbeitende Industrie (Texprocess) angeht, so registriert Olaf Schmidt von der Messe Frankfurt besonders in den Bereichen Zuschnitt sowie Nähe-, Füge - und Befestigungstechnik ein starkes Wachstum bei den Ausstellern. „Dabei wird die Automatisierung von Prozessen immer wichtiger". Und Elgar Straub, Geschäftsführer des VDMA Textile Care, Fabric and Leather Technologies ergänzt: „Die Individualisierung von Bekleidung, die Digitalisierung der Wertschöpfungskette und neue Technologien wie Digitaldruck bewegen die Branche aktuell am meisten".