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ILM: Aussteller bieten dem Handel neuen Ideen

GF Kappe „Offenbach hat sich definitiv zur Plattform der internationalen Mode entwickelt" - Deutlicher Zuwachs bei ausländischen Einkäufern           von Karl-Heinz Stier

06.03.18 || OFFENBACH (05. März 2018) - „Die ILM stellt ihre Alleinstellung im Markt erneut unter Beweis"- so das Resümee der Ausstellungsleitung am Ende ihrer 148. Ausgabe, die nach drei Tagen gestern Abend zu Ende ging. „Es fällt auf, dass immer mehr Austeller ihre Stände aufwändig umbauen und attraktiver gestalten. Hier geht es einerseits darum, dem Handel neue Ideen und Stories für eine spannende Warenpräsentation und das Schaffen von Erlebniswelten zu bieten. Andererseits sehe ich in den Investitionen auch ein klares Bekenntnis zum Messestandort Offenbach", analysierte Geschäftsführer Arnd Hinrich Kappe zum Ende der Messe, zu der rund 6.000 Besucher kamen.

Sie standen bei der Pressekonferenz Rede und Antwort: v.l.n.r.: Axel Augustin, Manfred Junkert, die Moderatorin, Arnd Hinrich Kappe, und Martin Wuttke

Dass die Internationale Lederwaren Messe mittlerweile die wichtigste Order-Plattform für Lederwaren ist, darauf wies der Geschäftsführer schon zum Auftakt am Freitag hin. „Die ILM ist wieder bis auf den letzten Winkel komplett ausgebucht". Auf einer Fläche von 13.000 Quadratmetern - darunter auch das direkt an die Messehallen angrenzende Capitol - zeigen rund 300 Aussteller ihre Kollektionen für Herbst/Winter 2018/19. Über 53 Prozent der Aussteller kommen aus dem Ausland. Auffallend sei der Andrang modischer Taschenanbieter aus südeuropäischen Ländern. „Offenbach hat sich definitiv zur Plattform der internationalen Mode entwickelt", stellt Geschäftsführer Kappe erfreut fest. Die Italiener hätten mit einem Anteil von rund 30 Prozent an der Gesamtzahl aller ausländischen Aussteller klar die Nase vorn. Aber auch Spanien, Frankreich, die Niederlande und Großbritannien zeigten starke Präsenz. Die Konsequenz: die Wartelisten für die kommende Ausstellung im September habe sich mittlerweile verdoppelt. „Wir schauen uns die Ausstellerbewerber genau an, damit die Order- und Arbeitsmesse nicht langweilig wird", so Kappe.

Geschäftsführer Kappe erläutert den Geschäftsbericht der Messe

Auf der ILM Winter Styles 2018 werden Taschen, Kleinlederwaren, Reise- und Freizeittaschen, Business- und Schulartikel sowie Schirme, Handschuhe, Gürtel und modische Accessoires für den Herbst/Winter nächsten Jahres angeboten. Was Offenbach darüber hinaus noch nach Meinung des Messe-Geschäftsführers auszeichnet, sind die Fashion Shows und Trendvorträge, die Einkäufern die Möglichkeiten bieten, ihr modisches Know-how zu erweitern.

Ein deutliches Umsatzplus erwartet die deutsche Lederwaren- und Kofferindustrie im laufenden Geschäftsjahr. Schon in 2017 betrug der Gesamtumsatz der Branche 608 Millionen Euro, 10,6 Prozent mehr als 2016. Umsatzzuwächse konnte die Industrie vor allem im Ausland erzielen- mit einem Anstieg von 21,5 Prozent .Das sind fast ein Drittel des Umsatzes. Steigerung der Umsätze auch im Inlandsgeschäft, allerdings nur um 6 Prozent - im Vergleich zu 2016. Die wichtigsten Abnehmerländer waren Frankreich (174 Millionen Euro), Österreich (170 Millionen Euro) und Großbritannien (125 Millionen Euro).

Der positive Trend der Vorjahre mit steigenden Exporten in asiatische Länder wie China (15 Prozent), Korea( 4,6 Prozent) und Hongkong( 50,8 Prozent !!) hat sich 2017 fortgesetzt. China ist für Deutschland das wichtigste Lieferland mit 41 Prozent am importierten Warenwert, dazu zählen vor allem Lederwaren, Koffer und Reisegepäck.

Für die Zukunft ist Hauptgeschäftsführer Manfred Junkert vom Bundesverband der Schuh - und Lederwarenindustrie für das Jahr 2018 optimistisch. 80 Prozent der Unternehmen rechnen mit steigender Umsatzentwicklung und einem hohen einstelligen Umsatzwachstum.

Ein weiteres Wachstum am Lederwarenmarkt konstatiert auch der Bundesverband des Deutschen Lederwaren-Einzelhandels. Verbandssprecher Axel Augustin teilte mit, dass der Start ins neue Jahr bislang ordentlich verlaufen sei und vor allem durch gute Umsätze mit Schulartikeln und Reisegepäck gestützt werde. Sorgen bereitet ihm dagegen der Handtaschenbereich, wo der Wettbewerb extrem intensiv sei.

Der Modetrend für Herbst/Winter 2018/19 steht unter dem Motto „mal morbide, mal dramatisch, mal leicht und verspielt" - wie Martin Wuttke, Moderberater der Messe Offenbach betonte. Ideengeber für diese Phantasiebegriffe, mit denen Wuttke gerne spielt, ist die Mode aus alten Zeiten, vor allem der 70iger Jahre, dem Arbeitsalltag und dem Nachtleben. „Unsere Sehgewohnheiten haben sich durch die digitalen Medien und Instagram verändert". Das Unkonventionelle trete auf den ersten Blick in den Vordergrund, das betreffe das Styling ebenso wie die Accessoires. Klassik komme stark, Karo und nochmals Karo und kleinkomfortable Gürteltaschen.