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Bezahlbarer Wohnraum in Hessen und den Ballungsräumen ist rar

Expertengespräch beim Neujahrsempfang - Ministerin Priska Hinz Gastrednerin des BFW Landesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen von Ralph Delhees

24.01.17 || FRANKFURT/RHEINMAIN-REGION (24. Januar 2017) - Schlagzeilen und Forderungen zu mangelndem und nichtmehr zu bezahlbarem Wohnraum liest der Aufmerksame Betrachter seit Wochen täglich und aus den Reihen der Stadt-, Land- und Bundespolitiker werden positive Statements abgegeben, doch die Wirklichkeit sieht zumeist anders aus. Von zahlreichen Faktoren, meist bürokratischer Art, ist Bauherren jeglicher Art der Paragraphen- und Verfügungsdschungel oft ein Hindernis, Baurecht, Ausweisung von Bauflächen, Kosten, Umweltauflagen u.a.m. tragen dazu bei, dass Wohnraum in der gesamten Republik und besonders in den Großstadtregionen Mangelware ist und wenn es ihn gibt fast unbezahlbar für künftige Eigentümer bzw. Mieter ist.

Zum zehnten Mal war die Taunus Sparkasse Gastgeber des BFW-Jahresempfangs. V.l.n.r.: Hermann Schaus (Mitglied des hessischen Landtags), Sonja Steffen (Vorsitzende des BFW Landesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland), Marc Schmidt (Referent an diesem Abend), Elke Barth (Mitglied des hessischen Landtags), Gerald Lipka (Geschäftsführer des BFW Landesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland), Priska Hinz (Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Hessen), Oliver Klink (Vorstandsvorsitzender der Taunus Sparkasse), und Ulrich Caspar (Mitglied des hessischen Landtags).  Foto: Ralph Delhees

Doch es gibt neben den Negativschlagzeilen auch so manches Positive auf dem Grundstücks- und Wohnungsmarkt, dazu trägt auch die Politik bei, die wie es Frankfurts-OB Petr Feldmann wie viele andre kürzlich bekundete: „Bezahlbarer Wohnungsbau bleibt gemeinsame Aufgabe im Ballungsraum" und nicht nur hier. Dieser Tage fand anlässlich des Neujahrsempfangs des BFW Landesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland ein Expertengespräch zum Thema „Bezahlbarer Wohnraum in Hessen" statt. Gastgeber des Neujahrsempfangs , an dem die Hessische Ministerin Priska Hinz zur Thematik unter dem Titel „ Weichen sind gestellt" sprach, warzum zehnten Mal die Taunus Sparkasse.

„Sparkassen schaffen Infrastruktur, bringen Menschen zusammen und schaffen Raum für Ideen. Da ist es kein Zufall, dass wir zum 10. Mal den Jahresempfang des BFW hier in der Taunus Sparkasse zu Gast haben.", sagte Oliver Klink, Vorstandsvorsitzender der Taunus Sparkasse, bei der Begrüßung der Gäste. Die im BFW - dem Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen - organisierten mittelständischen Unternehmen sind Experten für den Wohnungsneubau. Bundesweit sind sie für rund 50 % des gesamten Wohnungsneubaus verantwortlich. In dieser Expertenrunde wurde Ministerin Priska Hinz erstmals begrüßt.

Ministerin Hinz: „Große Kraftanstrengungen werden in de n kommenden Jahren nötig sein


„Der hessische Wohnungsmarkt bleibt angespannt. Dabei wird kräftig gebaut. Aber der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum ist weiterhin hoch - ihn in den kommenden Jahren zu decken, erfordert eine große gemeinsame Kraftanstrengung", sagte Wohnungsbauministerin Priska Hinz.. „Vor allem im Ballungsraum Rhein-Main und in den Hochschulstädten werden dringend Wohnungen gebraucht, die sich Studierende, Familien, Seniorinnen und Senioren mit einem geringen oder mittleren Einkommen leisten können", so die Ministerin.

Hinz verwies auf die Vielzahl an Förderprogrammen, die das Land Hessen in den vergangenen Jahren aufgelegt hat: „Wir haben bereits zu Beginn der Wahlperiode reagiert. Bis 2019 stehen inzwischen mehr als 1,2 Milliarden Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Zudem haben wir die Konditionen der Förderung verbessert, um der Situation auf den Kapitalmärkten gerecht zu werden." So wurden die Zinsen der Förderdarlehen um etwa 30 Prozent gesenkt und ein Finanzierungszuschuss eingeführt. „Wir haben wichtige Impulse gegeben und merken auch an der Nachfrage", betonte die Ministerin. „Auch mit dem erneuten Ankauf von Belegungsrechten in Höhe von vier Millionen Euro für dieses und das kommende Jahr können zeitnah bezahlbare Wohnungen im Bestand gesichert werden", so Hinz. Grundsätzlich bleibt es aber wichtig, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen.

Nachhaltige Stadtentwicklung, funktionierende Infrastruktur, Bildungsangebote und gute Erreichbarkeit sind vonnöten


"Nach Berechnungen des Regionalverbandes Frankfurt/Rhein-Main gibt es in Ballungsgebieten noch Flächen, die bebaut werden können. Hier ist eine kreisübergreifende Zusammenarbeit nötig, um Bauland zu entwickeln", so Ministerin Hinz zum Thema fehlendes Bauland. Einig waren sich die anwesenden Experten darin, dass gerade die fehlenden baureifen Grundstücke für die schwierige Wohnungssituation in der Metropolregion verantwortlich sind.

Auch das fehlende Bauland thematisierte die Ministerin in ihrem Grußwort: „Nach Berechnungen des Regionalverbandes Frankfurt/Rhein-Main gibt es im Ballungsraum noch Flächen, die bebaut werden können. Hier ist eine kreisübergreifende Zusammenarbeit nötig, um Bauland zu entwickeln. Zugleich sollte sich der Wohnungsneubau nicht nur auf die großen Städte konzentrieren auch hier müssen bezahlbare Wohnungen entstehen", sagte Hinz und betonte, dass dabei eine nachhaltige Stadtentwicklung, eine funktionierende Infrastruktur, Bildungsangebote und eine gute Erreichbarkeit Hand in Hand gehen müssen.

Die Allianz für Wohnen leistet in der aktuell angespannten Lage am Wohnungsmarkt einen Beitrag, indem sie gemeinsam mit verschiedenen Vertreterinnen und Vertretern der Wohnungswirtschaft Lösungen erarbeitet. Mit der Servicestelle Wohnen, die im Oktober 2016 ihre Arbeit aufgenommen hat, ist ein erster wichtiger Schritt getan. „Auch der BFW Hessen engagiert sich in der Allianz und dafür möchte ich danken: Wir brauchen kritische und konstruktive Stimmen sowie eine vertrauensvolle Zusammenarbeit", sagte Ministerin Hinz. „Das stärkt nicht nur die Allianz für Wohnen, sondern auch die Akzeptanz des sozialen Wohnungsbaus."

Gesetzliche Mindeststandards treiben die Kosten im Wohnungsneubau in die Höhe


Dieser gesellschaftlichen Aufgabe wollen sich die im BFW organisierten Unternehmen gerne stellen. Deshalb engagiert sich der BFW Hessen auch intensiv in der Allianz für Wohnen. „Als mittelständische Immobilienwirtschaft wollen wir bezahlbaren Wohnraum für möglichst breite Schichten schaffen. Dazu brauchen wir Grundstücke und Rahmenbedingungen, die preisgünstiges Bauen ermöglichen", so Sonja Steffen, die Vorstandsvorsitzende des BFW Hessen/ Rheinland-Pfalz/Saarland. "Hohe Grundstückspreise und überzogene gesetzliche Mindeststandards treiben die Kosten im Wohnungsneubau in die Höhe und machen es damit unseren Unternehmen immer schwerer, preisgünstigen Wohnraum zu schaffen", so Steffen weiter.

Etwa zweidrittel der neu errichteten Eigentumswohnungen wird vermietet


Kritisch setzte sich der Geschäftsführer des BFW Hessen, Rechtsanwalt Gerald Lipka, mit den Förderinstrumenten des Landes auseinander: „Die Bedeutung des Baus von Eigentumswohnungen für den Mietwohnungsmarkt, wird von der Politik völlig unterschätzt. Die Baufertigstellungszahlen der letzten Jahre belegen, dass mehr als 60 % der fertiggestellten Mehrfamilienhäuser als Wohnungseigentümergemeinschaften organisiert sind. Selbstverständlich wird ein Großteil der neu errichteten Eigentumswohnungen - etwa 2/3 - wiederum vermietet." so Lipka. "Für die mit 66 % größte Anbietergruppe auf dem Mietmarkt, die privaten Kleinvermieter mit oft nur einer Eigentumswohnung, fehlen in Hessen geeignete Förderinstrumente", so Lipka weiter.

Mit Blick auf Rheinland-Pfalz, das die Förderung einzelner Eigentumswohnungen in den sozial geförderten Wohnungsbau aufgenommen hat, führte er weiter aus," nur wenn auch Kleinanleger Zugang zu Fördermitteln haben, kann von den Privaten ein Engagement im sozialen Wohnungsbau erwartet werden." Um praxistaugliche Lösungen im Wohnungsbau zu entwickeln, ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Allianz für Wohnen dringend notwendig. Der BFW Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland mit seinen Unternehmen wird sich weiterhin für den Wohnungsbau in Hessen engagieren.

Schlagzeilen zum Thema aus diversen Informationsquellen der letzten Wochen


- Anlässlich der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, den 26. Januar stellen verschiedene stadtpolitische Initiativen um 15:30 Uhr 50 bis 80 bunte kleine Häuser auf dem Römer auf, um auf die Demonstration "Wohn_Raum für Alle - Solidarisches Miteinander statt Ausgrenzung und Verdrängung!" am 4. Februar aufmerksam zu machen, die von der Stadtregierung eine grundlegende Kursänderung der städtischen Wohnraumpolitik einfordert (Pressemitteilung vom 24. Jan.2017 des Project Shelter Presse Team)

- Die Frankfurter SPD-Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen äußert sich besorgt über drastisch steigende Mieten in Frankfurt und unterstützt die Forderung der Frankfurter SPD nach einem Neubaugebiet im Frankfurter Norden (Pressemitteilung vom 23. Jan. 2017 von Ulli Nissen)

- OFB und formart bauen 150 Wohneinheiten auf dem „Giraffenkäfig-Areal" in Wiesbaden ((Pressemitteilung vom 23. Jan. 2017 RUECKERCONSULT GmbH)

- Am 19. Januar 2016 hieß in einer Mitteilung des Amt für Kommunikation und Stadtmarketing der Stadt Frankfurt Immobilienmarkt 2016: Nachfrage ungebremst, Preise steigen: Der Gutachterausschuss für Immobilienwerte für den Bereich der Stadt Frankfurt am Main hat am 19. Januar bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit Planungsdezernent Mike Josef die wichtigsten Entwicklungen auf dem Frankfurter Immobilienmarkt im Jahr 2016 vorgestellt. Als Kernaussagen lässt sich festhalten: Bei weiterhin hoher Nachfrage und einem begrenzten Angebot ist es folgerichtig, dass die Preise für Frankfurter Immobilien weiterhin steigen. Diese Preissteigerung zeigt sich primär im Wohnungsbau, aber auch im gewerblichen Sektor.

- Weiterhin hohe Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt: Steigende Preise vor allem beim Wohnungseigentum -„Wie schon in den Vorjahren, konnten auch im zurückliegenden Jahr beim Verkauf von Eigentumswohnungen in Frankfurt am Main und im Vordertaunus zum Teil deutliche Preissteigerungen verzeichnet werden. Es bleibt aber auch festzuhalten, dass die Mieten erneut langsamer gestiegen sind als die Preise für Wohneigentum, vielerorts blieben sie sogar stabil", sagt Prof. Dr. Mathias Müller, Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, vor dem Hintergrund der Veröffentlichung des neuesten Wohnungsmarktberichtes der Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK Frankfurt am Main. (Pressemeldung der IHK Frankfurt am Main am 18. Januar 2017)

- Oberbürgermeister Feldmann: ‚Signalwirkung für den Wohnungsbau in Frankfurt‘ -Frankfurter Modellprojekt: Spatenstich für 46 Wohnungen im kostengünstigen Wohnungsbau - In Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro schneider+schumacher realisiert die ABG Frankfurt Holding in Oberrad jetzt einen Neubau, in dem die Nettokaltmiete maximal zehn Euro je Quadratmeter betragen wird. (Presseinformation vom 06. Jan. 2017 des Amt für Kommunikation und Stadtmarketing der Stadt Frankfurt)

- „...auf die derzeitige und zukünftig zu erwartende Bevölkerungsentwicklung für den Wohnungsbau der Region eine erhebliche Herausforderung", sagt der Verbandsdirektor des Regionalverband FrankfurtRheinMain, Ludger Stüve (SPD), anlässlich der Vorstellung der Monitoring-Broschüre am 05. Januar 2017. Dabei hob Stüve u.a. hervor, das die kontinuierliche Raumbeobachtung des Regionalverbandes eine wichtige Voraussetzung sei, um die sich abzeichnenden Entwicklungen zu erkennen und beschreiben zu können.

- 800 Millionen Euro mehr für den Wohnungsbau Nassauische Heimstätte erhält von ihrem Hauptgesellschafter Land Hessen eine kräftige Kapitalaufstockung / Ministerin Hinz: klarer Auftrag für mehr Wohnungsbau lautet die Schlagzeile einer Meldung vom 19. Dez. 2016 Nassauischen Heimstätte