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Alle acht Sekunden: „Gelbe Engel“ stark nachgefragt

ADAC zieht Bilanz seiner über vier Millionen Hilfeleistungen bundesweit in 2016 - Zwei Millionen Mitglieder in Hessen           von Karl-Heinz Stier

21.02.17 || altFRANKFURT (20. Februar 2017) - Die Pannenhilfe der ADAC-Straßenwacht war im letzten Jahr alle acht Sekunden im Einsatz. Bundesweit weisen die Hilfeleistungen der „ Gelben Engel", wie die rund 1.750 Straßenwachtfahrer auch heißen, eine Steigerung um 2,5 Prozent aus und überstiegen damit erstmals die Rekordmarke von über vier Millionen. Die meisten Hilferufe an den ADAC betreffen Autobatterien, die - aus welchen Gründen auch immer - nicht mehr richtig funktionierten, gefolgt von Unregelmäßigkeiten beim Automotor sowie Reifenschäden oder Probleme mit den Rädern.

alt„Gelbe Engel" im Einsatz

In nicht wenigen Fällen halfen die ADAC-Mitarbeiter auch mit Kraftstoff aus (14.300) oder öffneten Fahrzeuge auf Wunsch der Besitzer (75.000). Nicht nur die Pannenhilfen haben sich erhöht, sondern auch die Unfälle, zu denen der ADAC und seine Straßendienstpartner gerufen wurden, sind im vergangenen Jahr mit über 5.000 mehr geworden. Es wurden 165.000 Fälle registriert (plus drei Prozent). In Hessen rückten die „Gelben Engel" fast 400.000 Mal aus.
Übrigens bei den Pannen ein Tipp von Thomas van dem Boom, dem Leiter der Pannenhilfe, an die Betroffenen: „Nie im Fahrzeug sitzen bleiben, Vorsichtig aussteigen und die gelbe Pannenkleidung anziehen und am Autobahn- oder Straßenrand warten, bis des Pannenhilfefahrzeug des ADAC kommt".

Ein weiteres Standbein der ADAC-Hilfeleistungen ist die Luftrettung. „Man kann sagen, dass alle fünf Minuten ein Hubschrauber gestartet ist", so Cornelius Blanke vom ADAC Hessen-Thüringen. Immer hin waren 54.400 Einsätze als Notfälle deklariert 382 mehr als 2015. 13.000 davon mussten in eine Klinik gebracht werden.

Einsatzursache Nummer eins waren mit fast der Hälfte Herz - und Kreislauferkrankungen. In zwölf Prozent waren sie auch Lebensretter bei neurologischen Notfällen wie Schlaganfall und bei zehn Prozent Verkehrsunfälle. Gerade in ländlichen Regionen ist der Rettungshubschrauber oftmals der schnellste und einzige Weg den Notarzt zeitgerecht zum Patienten zu bringen und schonend in ein geeignetes Krankenhaus zu transportieren.

Hinweise von Pannenhilfe-Leiter van Boom ab die Autofahrer

Die ADAC Luftrettung gGmbH ist mit 55 Hubschraubern an 37 Stationen eine der größten Luftrettungsorganisationen in Europa. In die Hubschrauberflotte integriert sind auch vier Intensivtransport-Hubschrauber- einer davon ist mit „Christoph 28" auch in Fulda stationiert. Sie können auch über Nacht fliegen. Meist werden schwer kranke Patienten geflogen, die auch im Hubschrauber auch schon medizinisch betreut und schnell in eine Spezialklinik gebracht werden müssen.

Letzter Schwerpunkt im Hilfs-und Rettungsdiensten des ADAC ist der Ambulanzdienst, der zur ADAC- Schutzbrief Versicherungs-AG gehört und mehr als 100 Mitarbeiter in der Münchener Zentrale beschäftigt, darunter Ärzte, Rettungssanitäter und Rettungsassistenten. Hier geht es um den Rücktransport von erkrankten und verletzten Urlauber weltweit. Auch hier eine Zunahme der Anforderungen (plus 2,4 Prozent), ein neuer Höchstwert. Die meisten Patienten werden mit 6.650 aus Spanien( plus 8 Prozent) zurückgeholt, gefolgt von 6.000 aus Österreich(plus drei Prozent, Italien 4.400 (plus sieben Prozent) und Kroatien 1.350 (plus 13 Prozent). Hier spiegelt sich ein verändertes Reiseverhalten bedingt durch die weltweit angespannte Sicherheitslage wider - hin zu klassischen Urlaubs - und Autoreiseländern. (Türkei minus 19 Prozent, Frankreich minus 3 Prozent).

Die Luftretter des ADAC. Fotos (3): ADAC

Der schwierigste Rücktranssport führte 2016 nach Nürnberg. Mit ihm wurde ein neues Kapitel der intensivmedizinischen Versorgung in Ambulanzflugzeugen geschrieben. Zum ersten Mal war es Ärzten gelungen, mithilfe einer mobilen Herz-Lungen-Lungen-Maschine einen Patienten aus dem Ausland in eine Klinik in Deutschland zu verlegen- inklusive Blutwäsche an Bord. Der in Mexiko erkrankte 44jährige Mann aus Oberbayern wäre ohne den 21stündigen Transport an den Folgen einer schweren Lungenentzündung gestorben.

Das Ganze ist freilich teuer. Ein ADAC-Ambulanz-Sonderflug etwa von Ägypten oder den Kanarischen Inseln nach Deutschland kostet bis zu 45 000 Euro, ein Intensivtransport von Mexiko bis zu 70.000 Euro und von Asien oder Australien bis zu 130.000 Euro.

Der ADAC hat bundesweit 19 Millionen Mitglieder, in Hessen beträgt der Mitgliederbestand zwei Millionen.