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Fraport und Lufthansa noch auf Wochen in Verhandlungen

Fraport-Chef Dr. Schulte: „... man bewege sich in die richtige Richtung" - Gebührenrabatte für Billigflieger sind Knackpunkte von Karl-Heinz Stier

08.06.17 || altFRANKFURT (07. Juni 2017) - Es gibt noch nicht viel Neues in den strittigen Konsultationen zwischen der Fraport und der Lufthansa. Nach Mitteilung von Fraport-Chef Dr. Stefan Schulte wird es zunächst keinen „großen Wurf" geben, sondern notwendig seien viele Einzelgespräche in verschiedenen Arbeitskreisen. „Das kann noch Wochen dauern und wird nicht innerhalb von drei Monaten abgeschlossen sein". Er rechne mit einem Anschluss Ende des Jahres.

Die Kontroversen zwischen beiden Unternehmen entzündeten sich an den Gebührenrabatten, mit denen der Frankfurter Flughafen sogenannten Billigflieder (Low cost carrier) auch nach Frankfurt gebracht hat oder noch bringen will. Ryanair ist das prototypische Beispiel. LH-Chef Carsten Spohr war davon überhaupt nicht angetan und kritisierte Fraport, weil „ wir zwar viel miteinander reden aber nicht über die wichtigen Themen" - Spohr in einem Zeitungsinterview. Er verstieg sich sogar zu der Meinung, dass dies das gemeinsame Geschäftsmodell gefährde.

Fraport-Chef Dr. Schulte bei seinen Ausführungen vor Journalisten im Da Vinci Haus im Flughafen. Foto: Ralph Delhees

Dr. Schulte meinte hingegen, man bewege sich in die „richtige Richtung". Er konstatierte, dass die „Billigflieder" mittlerweile in Europa einen Anteil von 40 Prozent ausmachen. Und bei dieser Entwicklung könne der Frankfurter Flughafen nicht einfach zuschauen. „Hier müssen wir Impulse setzen und mögliche Kundenabwanderungen stoppen". Allerdings gibt es keinen Zweifel, dass das Hauptgeschäft in Frankfurt bei den Premienfluggesellschaften liegt. Die entscheidende Frage ist, wie kann man die neue Verkehrsentwicklung wertvoll ergänzen und mit bestehenden Fakten in Einklang bringen kann. Darüber diskutieren wir nun".

Der Fraportchef verwies darauf, dass Lufthansa aber auch Condor versuchen, den „Sitzladefaktor nach oben zu treiben" und Fraport die Absicht habe, ihre Terminals stärker zu frequentieren.

Was das Passagieraufkommen in Frankfurt, dem größten deutschen Flughafen, in den ersten vier Monaten angehe, so zeigte sich Dr. Schulte sehr zufrieden („Wir haben keine weiteren Rückgänge"). Bis Ende April habe Frankfurt 3,9 Prozent mehr Fluggäste gezählt als im Vorjahr. Vielversprechend sei auch das Geschäftsengagement in Brasilien, wo man mittlerweile die Konzessionen für den Flughafenausbau erhalten habe. „Unsere Herausforderungen liege dort u.a. bei einer Verlängerung von Landebahnen und den Ausbau von Vorfeldern".

alt