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Mehr Beratung als „messen, kehren, prüfen“

Schornsteinfeger mit neuen Aufgaben - Traditionshandwerk tagt in Frankfurt  - Glückstour         von Karl-Heinz Stier

28.06.17 || altFRANKFURT (28. Juni 2017) - Sie galten so wie früher so auch heute noch immer als Glücksbringer, sind sie doch bei Trauungen quasi Fotomodell beim Kirchenauszug, manche Braut lässt sich auch im Gesicht leicht anschwärzen- zweifellos ein idyllisches, romantisierendes Bild, die im Bewusstsein der Bundesbürger noch immer lebendig ist. Die Realität des Kaminfegers sieht freilich heute anders aus. Die 20.000 Beschäftigte in rund 7.600 deutschen Betrieben , die 30 Millionen Privathaushalte bedienen, haben sich nahezu mittlerweile ein verändertes Berufsbild gegeben, besser gesagt die Berliner Politik ist dabei, den Schornsteinfegern neue Aufgaben zuzuweisen. An Monopolaufgaben sind ihnen nur noch die Feuerstättenschau und die Bauabnahme geblieben. Der Slogan „messen, kehren, prüfen" gilt zwar nach wie vor, aber Umweltschutzauflagen und Beratungen zur Energieeinsparungen rücken mehr und mehr in den Vordergrund. So hat der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerkes bereits 10.000 Energieberater ausgebildet. Sie verkaufen nichts, sie beraten nur.

alt Das Präsidium des Bundesverband der Schornsteinfegehanderwek bei der Pressekonferenz, das Bild zeigt Präsident Oswald Wilhelm Präsident, zweiter von links. Foto : Karl-Heinz Stier

Präsidenten Oswald Wilhelm: „Wir labeln Deutschland"


Das ist nach Aussagen des Präsidenten Oswald Wilhelm angesichts der Tatsache von 70 Prozent Gas- und Ölanlagen in Deutschland, die älter als 15 Jahre sind, mehr als notwendig. Es könne so schnell auch nicht aufgearbeitet werden, meinte Wilhelm. Er wies außerdem darauf hin, dass die Schornsteinfeger ihre Kundenanlagen kostenfrei mit einem Label bewerten und am Heizkessel aufkleben („wir labeln Deutschland") und sie auf ihren Energieverbrauch aufmerksam machen.

Hoffnungen setzt der Verband auf das neue Schornsteinfeger-Handwerksgesetz, das weiterhin festschreiben soll, dass für die Sicherheit der über 30 Millionen bundesdeutschen Feuerstätten nur Fachkräfte mit einer Mindestqualifikation als Schornsteinfegergeselle zuständig sind.

Zwölf Prozent der Azubis sind weiblich


Was den Schornsteinfeger-Nachwuchs angeht, so hat die Handwerksbranche keine Probleme. Matthias Dinges, Obermeister der Schornsteinfegerinnung Rhein-Main, nennt Zahlen für Hessen: Danach gibt es im Ausbildungsjahr 2016/17 48 Auszubildende, etwa 12 Prozent sind weiblich. Diese Jahresbilanz deckt sich ungefähr auch mit denen früherer Jahre.

Bleibt noch die Frage, warum Schornsteinfeger überhaupt Glücksbringer sind. Die Erklärung: Im Mittelalter gab es viele Schornsteine, die nicht sauber waren und Brände verursachten. Wenn der Schornsteinfeger kam und die Esse reinigte, gab es nicht so schnell um sich greifendes Feuer. Es war dann für viele Bewohner in den engen kleinen Städten ein Glücksfall.

12. Glückstour zugunsten krebskranker Kinder


Drei Tage lang, noch bis Freitag findet in Frankfurt am Main der 133. Bundesverbandstag des Schornsteinfegerhandwerks unter dem Motto- wie oben schon erwähnt - "Schornsteinfegerhandwerk: Wir labeln Deutschland" statt. Im Rahmen des Bundesverbandstages findet eine begleitende Schornsteinfegermesse statt, sie informiert auf über 1.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche im Forum Messe über innovative Produkte und Dienstleistungen rund um den Wärmemarkt.

altSchornsteinfahrerinnen und Schornsteinfeger auf der Glückstour 2017. Foto: Glückstour

Nach der Eröffnung Schornsteinfegermesse am heutigen Nachmittag begrüßte Präsident Oswald Wilhelm die Teilnehmer der 12. Glückstour des Schornsteinfegerhandwerks, die unter dem diesjährigen Motto „Das Herz bewegt uns" stand. . In Freilassing starteten die rund 50 Schonsteinfegerinnen und Schornsteinfeger und kamen über Nürnberg nach sechs Tagen und rund 1.000 Kilometern am Ziel ihrer letzten Etappe am Forum Messe Frankfurt an, um die gesammelten Spenden für krebskranke Kinder zu übergeben. In den vergangenen Jahren wurden über 1,1 Millionen Euro unterwegs gesammelt bei Firmen, Innungen und Kollegen, sowie bei der Bevölkerung. Bei der Glückstour des Schornsteinfegerhandwerks handelt es sich um eine der größten privaten Hilfsaktionen zugunsten krebskranker Kinder.

Mehr Informationen zur Glückstour: http://www.glückstour.de/