Banner
 

RheinMainTaunus

OnlineMagazin

WirtschaftUnternehmen › Fraport auf dem Höhenflug durch „ein starkes Ergebnis“

Fraport auf dem Höhenflug durch „ein starkes Ergebnis“

Für 2020 bzw. 2023 wird im Passagierbereich auf Entzerrung gehofft - Neue Anstrengungen in Sicherheitsfragen gefordert           von Karl-Heinz Stier

19.03.18 || altFRANKFURT (18. März 2018) - Fraport hat für das Geschäftsjahr 2017 „ein starkes Ergebnis" vorgelegt. Gestützt von einer sehr positiven Verkehrsentwicklung erhöhte sich der Umsatz um knapp 13,5 Prozent auf 2,93 Milliarden Euro. Die Passagierzahlen erhöhten sich um 6,1 Prozent auf 64,5 Millionen, an 97 Tagen wurden mehr als 200 000 Fluggäste gezählt. „Unsere strategischen Entscheidungen haben deutlich zum Marktwachstum beigetragen", betonte Dr. Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzende der Fraport AG bei der Vorlage des Geschäftsberichtes 2017.

altVerkehrsentwicklung 2017 am Frankfurter Flughafen. Foto: Karl-Heinz Stier

Aber damit nicht genug. In einem Ausblick auf das Jahr 2018 prognostizierte er weiter neue Rekorde. So rechnet der Flughafenbetreiber für das laufende Jahr mit einem Passagierzuwachs zwischen 67 und 68,5 Millionen( „das ist auch auf Nachholeffekte zurückzuführen") und einem Umsatzzuwachs bis zu 3,1 Milliarden Euro. Die Tage in 2018, an denen über 200.000 Passagiere gezählt werden, bezifferte Dr. Schulte auf 140. Das hat es schon lange nicht mehr gegeben. Die Konsequenz: Der Frankfurter Flughafen nähert sich verdächtig schnell seiner Kapazitätsgrenze. Die geplanten Neubauten - bis auf einen Teilbereich für Billigflieger in 2020 - werden erst beim dritten Passagierbau 2023 Entlastung bringen. Auch die Abfertigung der Passagiere- insbesondere was die Sicherheitskontrollen angeht- führt zu Komplikationen und längere Wartezeiten.

Fraport-Vorstandsvorsitzender Dr. Schulte bei seinem Bilanzbericht

Der Fraport-Chef , der darauf hinwies, dass Frankfurt zu den zehn weltweit besten Flughäfen zählt, appellierte an die Bundesregierung, die zusätzlich zugesagten Bundespolizisten zur Passkontrolle zügig nach Frankfurt abzuordnen. In diesem Zusammenhang schlug er vor, bei den Personenkontrollen „Überholspuren" zuzulassen, durch die langwierige Überprüfungen einzelner Personen und Stauungen überwunden werden können. Notwendig sei auch, auf neue Technologien und moderne Scanner zurückzugreifen und überhaupt müsste auf diesem Sektor „die Dienstleister schneller und besser werden". Er verwies dabei auf die Kontrollen in Zürich, Amsterdam und London.

An eine weitere Abwanderung großer Fluggeräte der Lufthansa nach anderen deutschen Standorten rechnet Dr. Schulte nicht. Nachdem die größte deutsche Fluggesellschaft Ende März fünf A380 in die USA und nach Asien von München aus starten lässt, sieht er für weitere Verlagerungen aus Frankfurt kein Anzeichnen. Im Übrigen stellte er fest, dass nach der harten Kritik der Lufthansa an dem günstigen Rabattsystem für Billigflieger, deren Anteil in diesem Jahr 5 Prozent Marktanteil in Frankfurt einnehme, auch die Lufthansa und andere Airlines die Rabatte selbst inzwischen intensiv nutzten.

Zurück noch mal zur überaus positiven Jahresbilanz 2017. Grundlage für die starke wirtschaftliche Entwicklung war das Verkehrswachstum an allen Konzern-Flughäfen. So schloss der Flughafen Frankfurt mit einem Verkehrswachstum von 6,1 Prozent ab. Auch die 14 griechischen Airports, die seit April 2017 neu im Fraport-Portfolio sind, haben mit insgesamt 27,6 Millionen Fluggästen ihre bisherige jährliche Höchstmarke überschritten. Auch der türkische Flughafen Antalya legte - nach dem schwierigen Jahr 2016 - wieder deutlich um 38,5 Prozent auf mehr als 26,3 Millionen Fluggäste zu.

Das Zahlenwerk des Geschäftsberichtes erläuterte Finanzvorstand Dr Matthias Zieschang. Fotos (2): Ralph Delhees

Wie überhaupt der Anteil des internationalen Geschäfts weiter gestiegen ist - von 2o16 - 24 Prozent auf 2017 32 Prozent. Der Betrieb der Flughäfen Fortaleza und Porto Alegre in Brasilien wurde wie geplant im Januar 2018 übernommen. In den kommenden Jahren werden dort Investitionen von rund 600 bis 700 Millionen Euro für Erneuerung und Ausbau der Infrastruktur bereitgestellt. Auch in den USA hat Fraport mittlerweile Fuß gefasst. Auf dem John F. Kennedy International Airport in New York startet im April dieses Jahres eine Konzession für Gastronomie- und Retail-Flächenmanagement im Terminal 5, das 2017 von rund 15 Millionen Passagieren frequentiert wurde.

Für das Geschäftsjahr 2017 werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung vorschlagen, die im letzten Jahr erhöhte Dividende auf diesem Niveau zu halten und wiederum 1,50 Euro je Aktie ausschütten. Für das Geschäftsjahr 2018 schloss Fraport aufgrund der sehr positiv zu erwartenden Geschäftsentwicklung eine Erhöhung der Dividende nicht aus.