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Fraport-Chef prophezeit zusätzliche Passagierkontrollen ab Ferienbeginn

Frankfurter Flughafen mit guter Entwicklung - Leichtbauhalle wird Anfang 2019 zur schnelleren Abfertigung errichten            von Karl-Heinz Stier

17.06.18 || altFRANKFURT (16. Juni 2018) - Worüber sich die Fraport derzeit glücklich schätzen kann, ist das Wachstum der Passagiere in den letzten Monaten. Im Mai zählte der Flughafen Frankfurt ein Anstieg der Fluggäste auf rund 6,1 Millionen. Prozentual macht das 9,5 Prozent mehr aus als im Vergleich zum Vorjahr. Die Lage der Feier- und Brückentage, die frühen Pfingstferien in einigen Bundesländern, sowie zusätzliche Kapazitäten im Europaverkehr begünstigten den Zuwachs. Kumuliert über die Monate Januar bis Mai liegt der Anstieg bei 8,9 Prozent. „Das aktuelle sehr starke Wachstum ist nicht nur in Frankfurt zu konstatieren, sondern vor allem in Europa. Diese robuste Entwicklung hat in Europa den Markt in Europa neu sortiert", stellte der Vorstandsvorsitzende Dr. Stefan Schulte anlässlich eines Dämmerschoppens in der Commerzbank-Arena in Frankfurt fest.

altFraport-Chef Dr. Schulte bei seine Rede in der Fraport Lounge. Foto: Karl-Heinz Stier

Sorgen machte Dr. Schule nach wie vor der Engpass bei den Passagierkontrollen. Wegen der teils drangvollen Enge und langen Wartezeiten will Fraport bis zum ersten Quartal 2019 am Terminal eine zusätzliche Leichtbauhalle errichten, in der zehn zusätzliche Kontrollspuren Platz finden. Er wies darauf hin, dass die Rahmenverträge des Bundes u.a. für die Anschaffung der Passagierkontrollen noch von einer veralteten Technik ausgehe. Beim Ausbau seiner Passagierkontrollen, die ja bald greife, sei man gezwungen, sich wie in anderen europäischen Ländern an bereits eingesetzten Detektoren, die in Deutschland noch nicht zugelassen seien, zu orientieren. „Dadurch wird der Ablauf neu organisiert, er wird flexibel und effektive. Die moderne Technik ermöglicht doppelt so viele Kontrolle wie bisher". Fraport könne schneller reagieren, zumal sie keiner parlamentarischen Entscheidungsgremien bedürfe oder ein neues Haushaltsbudget aufstellen müsse.

Bei der nun vorliegenden Sommerspitze - besonders am ersten Ferienwochenende in Hessen und Rheinland-Pfalz am 22. Juni - würden zusätzliche Kontrollen mit der Bundespolizei erfolgen. „Freilich Wartezeiten kann man nicht ausschließen", betonte der Fraport-Chef.

Auch an der Deutschen Flugsicherung übte Dr. Schulte Kritik. Sie habe kaum Kenntnis genommen, dass die Flugbewegungen sich verändert hätten. Und das schon seit 13 Jahren. „Die DFS schafft es nicht, mit dem erhöhten Flugverkehr Zurecht zu kommen. Wir brauchen Kapazitäten in der Luft", bemerkte er. Man müsse an den Ursachen arbeiten. Die gesamte Flugsicherung in Europa bedürfe einer Neuordnung.

Positiv erwähne Dr. Schulte die Flughäfen des internationalen Portfolios: Ljubljana plus 14 Prozent, die brasilianischen Airports Plus 3,2 und die 14 griechischen Regionalflughäfen hätten im Mai einen Zuwachs von 21 Prozent mehr Fluggäste. Auch beim Terminal 3 seien gute Fortschritte zu verzeichnen, die Vergaben seien gelaufen.