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Kunst & KulturAusstellungen › 93 Werke moderner und zeitgenössischer Kunst zeigen einen Querschnitt deutscher Kunstgeschichte

93 Werke moderner und zeitgenössischer Kunst zeigen einen Querschnitt deutscher Kunstgeschichte

Bundesbank mit neuer Präsentation ihrer Kunstsammlung - Titel „Ortswechsel" im Museum Giersch der Goethe-Universität           von Karl-Heinz Stier

06.07.22 || FRANKFURT (06. Juli 2022) - Bei der Premiere im Museum Giersch geht es genau ein halbes Jahr lang, von 8.Juli 2022 bis 8.Januar 2023, um 93 Kunstwerke moderner und zeitgenössischer Kunst der Deutschen Bundesbank. Die Werkauswahl stellt einen Querschnitt durch die deutsche Kunstgeschichte des 20. und frühen 21. Jahrhunderts dar - angefangen mit prominenten Positionen der deutschen Kunst nach 1945 wie Georg Baselitz, Anselm Kiefer, Wolfgang Mattheuer oder Ernst Wilhelm Nay, bis hin zu Künstler*innen der Gegenwart wie Anne Imhof, Jorinde Voigt oder Jonas Weichsel.

Als deutsche Zentralbank hat sich die Bundesbank zahlreiche um das Thema Geld und die Stabilität der Währung zu kümmern. Dass sie aber auch über einen umfangreichen Kunstbestand verfügt, ist weniger bekannt - vor allem Malerei, Grafik und Skulptur, vereinzelt auch Fotografie. Der öffentliche Zugang zu dieser Kunstsammlung ist durch Sicherheitsvorgaben eingeschränkt. Mit der neuen Ausstellung tritt die Sammlung in den Fokus der breiten Öffentlichkeit und es erschließt sich ihr ein besonderer Charakter. „ Wir eröffnen den Werken eine neue Perspektive: raus aus dem Büro, hinein ins Museum. Hier ist die Bundesbank mit ihrer Kunst sozusagen im Gebrauch. Die Ausstellung gibt einen einmaligen Einblick in diese großartige Sammlung", so Giersch-Direktorin Dr. Birgit Sander.

Die ausgewählten Positionen zogen aus den Bankgebäuden aus und in die weiß und leer belassenen Räume in den drei Ausstellungsetagen im Schaumainkai 83. Die Werke erhalten hier einen neutralen Hintergrund und einen völlig anderen Wirkungsraum als früher, wo die Kunst in den Fluren, Besprechungsräumen sowie den Büros und bisweilen auch zwischen Zimmerpflanzen, Kopierern und Sitzgarnituren ihren Platz hatten. Der „Ortswechsel" wird zum Perspektivenwechsel, wie auch Dr. Iris Cramer von der Deutschen Bank hervorhob. „Er eröffnet Korrespondenzen zwischen Werken aus verschiedenen Zeiträumen und erlaubt - auch für die Bankmitarbeiter - einen frischen Blick auf die über Jahrzehnte gewachsene Sammlung. Als Beispiele wurde eine Arbeit von Anne Imhof mit gestischen Krätzern im Acryllack auf Aluminium auf die „Übermalungen" von Arnulf Rainers aufgeführt. Oder Rupprecht Geigers leuchtend rotes Farbfeld begegnet den ironisch konnotierten Arbeiten Monica Baers. Nach Dr. Cramers Angaben besitze die Bundesbank über 5 000 Kunstwerke. Jährlich stünden für den Ankauf neuer künstlerischer Arbeiten 100.000 Euro zur Verfügung.

Zehn Themenräume eröffnen jeweils neue Blickwinkel auf einzelne Aspekte der Sammlung: Dazu gehören u.a .„Fortsetzung des Gestischen", „Neue Figuration"; „Landschaften" und „Vielfalt der Gegenwart". Eingebettet in den Rundgang ist ein dokumentarisch angelegter Raum zur Kunst im Kontext der Bank. Zahlreiche Innenaufnahmen aus den Bankgebäuden zeigen die dortige Einbindung der Kunst in den Arbeitsalltag. Ein eigens für die Ausstellung produzierter Kurzfilm lässt die Mitarbeitenden der Bank schließlich selbst zu Wort kommen. So wird erfahrbar, wie die Kunstwerke vor Ort die Räume prägen und den Arbeitsalltag bereichern, indem sie zu Reflektionen, zu Interpretationen, zu Erkenntnis und emotionalen Reaktionen anregen.

Die Ausstellung informiert schließlich ebenfalls über die Geschichte dieser besonderen Sammlung, die auch Momente der deutschen entwicklung nach 1945 widerspiegelt. Die Sammlungstätigkeit fokussiert sich auf Kunst aus dem deutschsprachigen Raum. In den folgenden Dekaden wurde die Sammlung nach und nach durch aktuelle Positionen erweitert. Nach der deutschen Wiedervereinigung kamen Künstler*innen aus den neuen deutschen Bundesländern hinzu.

Öffnungszeiten: DI, MI, FR, SA, SO, 10-18 Uhr, DO 10-20 Uhr. Eintritt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro, Freier Eintritt für Personen unter 18 Jahren und Schulklassen.

Anmeldungen und weitere Infos: www.mggu.de; Tel.: 069 13821010